Sozialdemokratische Partei Deutschlands - Ortsverein Dachau

Nachbericht zu den ersten "Dachauer Gesprächen": Wachstum in Dachau – löst Nachverdichtung unser Problem?

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An den Anfang der Veranstaltung im Schützensaal des Drei Rosen stellte Ortsvereinsvorsitzender Sören Schneider die Frage: "Wie lebt eine Kommune gut im Speckgürtel von München, ohne selbst zu dick zu werden?". Muss Wachstum immer nur zur Erschließung neuer Bauflächen im Außenbereich führen oder kann durch Nachverdichtung der Flächenfraß in Grenzen gehalten werden?

Günter Heinritz eröffnete die Debatte mit gezielten Fragen zu den Vor- und Nachteilen von Nachverdichtung für Verkehr, soziale Struktur und städtisches Wachstum. Die Referenten, Stadtplaner Dr. Stegen und Dr. Dirtheuer, konnten ihre differenzierten Antworten mit zahlreichen Beispielen aus ihrer täglichen Arbeit als Planer für bayerische Gemeinden (darunter auch Dachau) untermauern. Es dauerte nicht lange, da mischte sich auch das Publikum in das Gespräch ein. Wichtigen Input lieferten an dem Abend auch Vertreter von Vereinen und Genossenschaften. Gemeinsam wurden Standpunkte und neue Ideen entwickelt. Darunter waren folgende Punkte:

  • Nachverdichtung in Wohngebieten kann eine Durchmischung von Altersgruppen ermöglichen und so das Viertel beleben – indem etwa reine Einfamilienhaus-Bebauung (die oft nur noch allein bewohnt wird) behutsam ergänzt wird.
  • Nachverdichtung und Baulückenschließungen können die Stadtgestaltung verbessern, weil sich dadurch Bausünden wie ungestaltete Garagenhöfe, Gewerbebrachen und untergenutzte Grundstücke gestalterisch aufarbeiten lassen und zudem die vorhandene Infrastruktur besser ausgelastet wird. Denkbare kleinere Eingriffe sind auch das Aufstocken vorhandener Bauten oder deren Dachgeschossausbau.
  • Aber erst wenn die Stadt genau weiß, wo sie welche Potenziale zur Nachverdichtung hat, kann sie diese gestalten. Dafür muss ein Baulückenkataster erarbeitet und gepflegt werden, welcher fundierte Aussagen zur Bebaubarkeit enthält.
  • Bauherrenberatung als städtische Einrichtung könnte etwa Wohnungseigentümer-gemeinschaften dabei unterstützen, ihre Gebäude gerade so weit zu ergänzen, dass sie mit dem Erlös aus dem Verkauf zusätzlichen Wohnraums die Sanierung des Bestandsgebäudes finanzieren können.

Sören Schneider und Günter Heinritz im Fazit: „Gute“ Nachverdichtung beginnt da, wo sie den Flächenfraß im Außenbereich verhindern kann. Sie endet dort, wo sie die Lebensqualität der Anlieger im Innenbereich dauerhaft beeinträchtigen würde. Dazwischen kann die Stadt gestalten – wenn sie will.

Die SPD in Stadtratsfraktion und Ortsverein hat diesen Willen, Wachstum zu gestalten. Es wurde an dem Abend deutlich, dass im Thema Nachverdichtung in Dachau noch viel Potential liegt. Die SPD arbeitet jetzt an der Umsetzung der Ergebnisse des Gesprächs in die Praxis.

Das erste „Dachauer Gespräch“ war ein gelungener Auftakt für die neue Veranstaltungsreihe der Dachauer SPD. Wir wollten die Zukunft unserer Stadt im Gespräch mit ihren Bewohnerinnen und Bewohnern, mit Vereinen und Institutionen und auch mit Fachleuten gestalten. Weitere Abende zu anderen Themenbereichen sind bereits in Planung.

 
 
 

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